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Fertigung · Fakten · Prozessketten

A-MIM Technologie

Prozesskette, Verfahrensvarianten und Werkstoffe im Detail.

Prozesskette

Vom digitalen Modell zum Metallbauteil: Grünling drucken, Entbindern, Sintern, Fertigstellen. Die Form entsteht im Druck, die metallische Verdichtung folgt im Sinterofen.
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1
Druck (Grünteil)
Metallpulver wird mit einem Binder Schicht für Schicht zum Grünling aufgebaut – dem noch nicht gesinterten, mechanisch empfindlichen Bauteil. Der Binderanteil hängt vom Druckverfahren ab.
2
Entbindern
Der Binder wird entfernt, je nach Verfahren thermisch, mit Lösemittel oder katalytisch. Zurück bleibt ein poröses Bauteil, das nur noch locker zusammenhält.
3
Sintern
Bei einer werkstoffabhängigen Temperatur unterhalb des Schmelzpunkts verbinden sich die Metallpartikel, die Poren werden kleiner, das Bauteil verdichtet sich und schwindet – als Richtwert um etwa 15–20 % linear, nicht in allen Raumrichtungen gleich.
4
Fertigstellen
Passungen, Gewinde und Dichtflächen bei Bedarf bearbeiten, vereinbarte Merkmale prüfen.
Was im Inneren des Bauteils passiert: Grünling, entbinderter Zustand und gesinterter Zustand auf Partikelebene. Entbindern entfernt den Binder, Sintern verbindet die Partikel und verringert das Porenvolumen.
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Schrumpfung vorausplanen, Rechenbeispiel mit 20 Prozent linearer Schrumpfung: Ein Druckmodell von 125 mm ergibt ein Sinterrohteil von 100 mm. Druckmaß gleich Zielmaß geteilt durch 1 minus Schrumpfungsanteil.
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Verfahrensvarianten

Drei Wege zum gedruckten Grünling: Binder Jetting, Cold Metal Fusion und Materialextrusion. Unterschiedlich ist die Formgebung, gemeinsam sind Entbindern und Sintern.
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Verfahren Prinzip Typische Merkmale
Binder Jetting Ein Druckkopf trägt flüssigen Binder Schicht für Schicht auf ein Metallpulverbett auf. Bauteile liegen gestützt im Pulverbett, viele Teile passen in einen Bauraum. Beispiel HP Metal Jet: Schichtdicke 35–140 µm laut Hersteller.
Cold Metal Fusion Ein Laser schmilzt lokal den Kunststoffanteil eines Verbundpulvers; das Metall wird nicht aufgeschmolzen. Der Grünling ist durch den Kunststoffbinder vergleichsweise stabil zu handhaben. Kennwerte herstellerabhängig.
Materialextrusion (Metal FFF) Ein Filament oder Granulat aus Metallpulver und Binder wird erhitzt und Bahn für Bahn abgelegt. Überhänge brauchen je nach Geometrie Stützstrukturen. Kennwerte herstellerabhängig.

Die Schichtdicke ist nicht gleich der erreichbaren Detailauflösung oder Bauteilgenauigkeit. Diese hängen zusätzlich von Pulver, Binder, Druckauflösung in der Ebene, Entbindern, Sintern und Nachbearbeitung ab.

Werkstoffe – Beispiele aus der Verfahrensfamilie

Die Tabelle zeigt Werkstoffe, die mit sinterbasierten Druckverfahren grundsätzlich verarbeitet werden. Welche davon für ein Verfahren und einen Anbieter tatsächlich verfügbar sind, ist unterschiedlich – die Übersicht ist kein Lieferprogramm.

WerkstoffTypTypische Anwendung
316LAustenitischer EdelstahlMedizin, Lebensmittel, Chemie
17-4PHAusscheidungshärtender EdelstahlLuft- und Raumfahrt, Maschinenbau
WerkzeugstähleH13, M2 etc.Formen, Werkzeuge, Verschleißteile
NickelbasislegierungenInconel 625, 718Hochtemperatur, Korrosion
KupferReinkupfer, CuCrWärmetauscher, Elektronik
TitanTi6Al4VMedizin, Leichtbau

Erreichbare Eigenschaften

Vier Kennwerte, vier unterschiedliche Fragen: Dichte, Oberflächenrauheit, Maßtoleranz und Wandstärke des Sinterrohteils.
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Die Kennwerte hängen von Werkstoff, Druckverfahren, Prozessführung und Bauteil ab. Allgemeingültige Zahlen für alle Werkstoffe gibt es nicht; verbindliche Werte stehen im Datenblatt des jeweiligen Werkstoffs und Verfahrens.

Dichte
Wie viel Porenraum bleibt
Beispiel Binder Jetting mit Edelstahl 316L / 17-4PH (HP Metal Jet): über 96 % nach dem Sintern laut Hersteller. Nachverdichten (HIP) kann sie weiter erhöhen.
Oberflächenrauheit
Abhängig von Pulver, Schicht und Lage
Im Sinterzustand rauer als eine zerspante Fläche. Funktionsflächen werden bei Bedarf bearbeitet, poliert oder gestrahlt.
Maßtoleranz
Im Sinterzustand gröber als zerspant
Abhängig von Bauteilgröße, Geometrie, Werkstoff, Auflage und Schwindungsausgleich. Enge Toleranzen entstehen durch Nachbearbeitung.
Wandstärke
Nach unten durch Prozess begrenzt
Mindestwerte hängen von Verfahren, Höhe, Form, Handhabung des Grünlings und Lage beim Sintern ab.