ClickToFit
ClickToFit
Fertigung · Fakten · Prozessketten

Wann J+G additiv nicht passt

Additiv gefertigte Betriebsmittel lösen viele Probleme – aber nicht jedes. Hier stehen die Fälle, in denen ein anderer Weg besser ist, mit Richtwert und Begründung. Oft heißt die Antwort nicht „gar nicht drucken“, sondern „nur einen Teil drucken“ oder „erst drucken, dann in Serie gießen“.

Auf einen Blick

FallSchwierig abBesser
Einfache GeometriePlatte, Winkel, Distanzstück – alles, was sich in 2D zeichnen lässtLaserzuschnitt, Kantteil, Fräsen; gedruckt nur die Kontur (hybrid)
Verbrauchsteile in großer Stückzahlab etwa 1.000 gleichen TeilenElastomerfertigung, Spritzguss mit additivem Werkzeug, Vakuumguss
Echte GummieigenschaftenDichtwirkung, Rückstellung, Abrieb über viele ZyklenElastomer gespritzt oder gepresst, PU im Vakuumguss
Enge Bezüge im DruckteilPositioniertoleranz deutlich unter ±0,1 % der LängeIndexbolzen und Buchsen einsetzen, Bezüge fräsen oder reiben
Dauerlast, Spannkraft und WärmeKunststoff unter dauernder Spannkraft oder über längere Zeit warmLastpfad über Metall (Einleger, Zukaufteile), gefüllte Kunststoffe, Metalldruck
Größer als der Bauraumüber den Bauraum, z. B. SAF 315 × 208 × 293 mmHybrid: Profilrahmen und Laserplatte, gedruckt nur die Aufnahmen
Zu dünn für die BelastungWände unter 0,7 mm (SLS, SLA), 1 mm (FDM), 0,5 mm (PolyJet)Wandstärke nach Last auslegen, Rippen statt dünner Flächen
Empfindliche Sichtflächen am WerkstückKontakt mit Klasse-A-FlächenWeiche Pads (Elastomer, Vakuumguss), glatte Verfahren, Nacharbeit
NachweiseLebensmittel, Pharma, Reinraum, ESDWerkstoff mit Nachweis wählen – vor der Bestellung schriftlich klären

Zahlen laut fit.technology, Additive Verfahren Kunststoff und fit.technology, Konventionelle Verfahren; Rechenbeispiele daraus abgeleitet.

Einfache Geometrie

Platte, Winkel, Distanzstück – alles, was sich in 2D zeichnen lässt

Ein Laserzuschnitt oder ein gekantetes Blech kostet einen Bruchteil, ist steifer und sofort maßhaltig. Der Druck bringt hier keinen Vorteil.

Eher geeignet: Laserzuschnitt, Kantteil, Fräsen; gedruckt nur die Kontur (hybrid)

Verbrauchsteile in großer Stückzahl

ab etwa 1.000 gleichen Teilen

Transportstopfen, Kappen und Clips werden verbraucht. Ab der Menge, für die ein Werkzeug ausgelegt ist (Spritzguss 1.000–50.000, Elastomer 1.000–100.000 Stück je Werkzeug), sind Werkzeugteile günstiger und haben die besseren Eigenschaften. Dazwischen liegt der Vakuumguss mit 15–500 Teilen je Form.

Eher geeignet: Elastomerfertigung, Spritzguss mit additivem Werkzeug, Vakuumguss

Echte Gummieigenschaften

Dichtwirkung, Rückstellung, Abrieb über viele Zyklen

Gedruckte gummiartige Werkstoffe (z. B. TPU) reichen für Muster. Elastomerteile haben laut FIT „deutlich bessere Eigenschaften als additiv gefertigte, gummiähnliche Materialien“.

Eher geeignet: Elastomer gespritzt oder gepresst, PU im Vakuumguss

Enge Bezüge im Druckteil

Positioniertoleranz deutlich unter ±0,1 % der Länge

Auch genaue Druckverfahren liegen bei etwa ±0,1 % (PolyJet laut FIT) – auf 300 mm sind das ±0,3 mm. Bohrungen für Passstifte und Anschläge mit Funktionsmaß gehören in Metall.

Eher geeignet: Indexbolzen und Buchsen einsetzen, Bezüge fräsen oder reiben

Dauerlast, Spannkraft und Wärme

Kunststoff unter dauernder Spannkraft oder über längere Zeit warm

Kunststoff kriecht: unter Dauerlast gibt er langsam nach, bei Wärme schneller. Eine Spannstelle, die heute hält, kann nach Wochen Spiel haben.

Eher geeignet: Lastpfad über Metall (Einleger, Zukaufteile), gefüllte Kunststoffe, Metalldruck

Größer als der Bauraum

über den Bauraum, z. B. SAF 315 × 208 × 293 mm

Größere Teile müssen geteilt und gefügt werden; jede Fuge kostet Genauigkeit. Große Volumen machen den Druck zudem teuer, obwohl die meisten Flächen keine Kontur brauchen.

Eher geeignet: Hybrid: Profilrahmen und Laserplatte, gedruckt nur die Aufnahmen

Zu dünn für die Belastung

Wände unter 0,7 mm (SLS, SLA), 1 mm (FDM), 0,5 mm (PolyJet)

Das sind Fertigungsgrenzen laut FIT, keine Auslegungswerte. Was eine Greifkraft aufnehmen soll, braucht ein Vielfaches davon.

Eher geeignet: Wandstärke nach Last auslegen, Rippen statt dünner Flächen

Empfindliche Sichtflächen am Werkstück

Kontakt mit Klasse-A-Flächen

SLS-Oberflächen sind mit Ra ~13 µm körnig (laut FIT) und können abfärben oder drücken. SLA liegt bei Ra ~2 µm.

Eher geeignet: Weiche Pads (Elastomer, Vakuumguss), glatte Verfahren, Nacharbeit

Nachweise

Lebensmittel, Pharma, Reinraum, ESD

Konformität gilt je Werkstoff, Verfahren und Einsatz. Ohne Nachweis darf das Betriebsmittel nicht eingesetzt werden, egal wie gut es passt.

Eher geeignet: Werkstoff mit Nachweis wählen – vor der Bestellung schriftlich klären
← FertigungsstrategieWirtschaftlichkeit →Bauteil prüfen lassen →