Technische Kriterien verstehen. Nicht jede Geometrie passt zu W-DED.
Wer W-DED als Ersatz für Pulverbettverfahren betrachtet, übersieht die spezifischen Stärken und Einschränkungen. Die Prozesscharakteristik muss von Anfang an mitgedacht werden.
Prozesscharakteristik
Schichtdicke
Relativ groß
Deutlich größere Schichten als bei Pulverbettverfahren – dafür höhere Aufbaurate
Oberfläche
Rau, Nachbearbeitung üblich
Prozessbedingt raue Oberfläche – Funktionsflächen werden nachbearbeitet
Maßhaltigkeit
Begrenzt
CNC-Nachbearbeitung ist Standard – W-DED liefert den Rohling
Anisotropie
Richtungsabhängige Eigenschaften
Mechanische Eigenschaften können je nach Aufbaurichtung variieren
Was das für die Konstruktion bedeutet
1
Aufmaß einplanen
Funktionsflächen brauchen Aufmaß für die CNC-Nachbearbeitung. Das muss bereits im CAD-Modell berücksichtigt sein.
2
Aufbaurichtung festlegen
Die Orientierung beeinflusst die mechanischen Eigenschaften. Belastungsrichtung und Aufbaurichtung aufeinander abstimmen.
3
Detailgrad realistisch einschätzen
Feine Features, dünne Wände, enge Radien – all das liegt außerhalb der Prozessfähigkeit von W-DED.
4
Wärmemanagement berücksichtigen
Hoher Energieeintrag erzeugt Eigenspannungen. Geometrie und Aufbaustrategie beeinflussen Verzug und Rissgefahr.
Typische konstruktive Leitgedanken
Nicht zu filigran
Einfache, massive Geometrien
W-DED ist für Volumen, nicht für Feinheiten
CNC-Nacharbeit von Anfang an
Aufmaß an allen Funktionsflächen
Das gedruckte Teil ist der Rohling – nicht das Fertigteil
Gleichmäßiger Materialauftrag
Keine extremen Wandstärkensprünge
Ungleichmäßiger Auftrag kann zu Verzug und Eigenspannungen führen
Anisotropie beachten
Belastungsrichtung = Aufbaurichtung?
Mechanische Eigenschaften hängen von der Aufbaurichtung ab
Welche Anwendungen typisch für W-DED sind – und wo der Prozess seine Stärke zeigt.